Sonntag, 5. November 2017

Andalusien/Spanien-Reise: Tag 2 - Alhambra

16.Oktober 2017

Wir mussten an diesem Tag schon zeitig aus den Federn, da unsere Führung durch die Alhambra für 10:15 Uhr angesetzt war. Es ist wichtig, dass man dort pünktlich erscheint, weil die Führungen aufgrund des enormen Besucherandrangs streng getaktet sind und die Tickets verfallen, wenn man dort nicht rechtzeitig auf der Matte steht.
Als wir um 8 Uhr morgens Richtung Granada aufbrachen, war es draußen noch stockdunkel. Dies liegt zum einen an der Tatsache, dass man sich in Südspanien deutlich näher am Äquator befindet, zum anderen aber auch an dem Umstand, dass auch in Spanien die mitteleuropäische Zeit gilt, obwohl es sich weiter im Westen befindet als England und eigentlich eine Stunde hinter uns liegen müsste.

Während der Fahrt durch die karge Berglandschaft der Sierra Nevada hinter Málaga konnten wir so aber einen tollen Sonnenaufgang bewundern und ich habe sogar eine spanische Version der "Schlafenden Hexe" entdeckt :)


Die Landschaft, durch die wir fuhren, hatte richtigen Wüstencharakter. Man konnte sich kaum vorstellen, dass das Land hier im Frühjahr mit saftigem Grün bedeckt sein soll. Nach dem extrem heißen Sommer dieses Jahr ist davon jedoch so gut wie nichts übrig geblieben.

Bei Húetor Tájar legten wir eine Kaffee- und Pinkelpause im Rasthaus La Parada ein - eine "multifunktionale, hydrodynamische Pause" wie Guido diese Zwischenstopps nannte, bei denen man quasi Flüssigkeit abgeben und wiederauffüllen konnte :D
Die Sonne war nun vollständig aufgegangen und gab den Blick auf eine wunderbare Landschaft frei.


Vor Granada erreichten wir dann das Tal des Rio Gentil, das sehr fruchtbar ist und in welchen u.a. Oliven, Spargel und Artischoken angebaut werden. Zu dieser Jahreszeit war der Rio Gentil aber nicht vielmehr als ein kleines Rinnsal. Granada und Umgebung erinnerten mich stark an den Südwesten der USA. Die Landschaft aber auch die großzügige Infrastruktur sind sich hier sehr ähnlich und ich fühlte mich gleich wohl dort.

Granada ist eine der größten Universitätsstädte in Spanien mit Schwerpunkt Medizin und Touristik und beherbergt eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas - die Alhambra, die 1984 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Sie gilt als eines der schönsten Beispiele islamischer Kunst und wurde als Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel von Granada errichtet. Der "rote Palast" (arab. quasr al-hamra) wurde im 13. und 14. Jahrhundert von den Herrschern der maurischen Nasriden-Dynastie auf den Resten älterer Burganlagen aus dem 9. Jahrhundert erbaut. Begründer der Nasriden-Dynastie war Muhammad Ibn Yusuf Ibn Nasr genannt Al-Ahmar (der Rote). Ihren Namen verdankt die Alhambra vermutlich ihren roten Mauern.
Andalusien (Al-Andalus) war unter der maurischen Herrschaft ein reiches, blühendes Land, in welchem Wohlstand herrschte und Kultur groß geschrieben wurde. Mit der Reconquista, der Kapitulation des letzten maurischen Herrschers Muhammad XII. 1491 vor den Katholischen Königen Isabella und Ferdinand und der Einführung der Inquisition fiel das Land ins Mittelalter zurück.

Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir schließlich unser Ziel. Bei der Alhambra angekommen, ist man erst einmal von dem Besucherandrang etwas erschlagen und man kann verstehen, warum der Einlass hier so streng reglementiert ist. Würden die Besuchermassen unkontrolliert da durch laufen, wäre das Chaos perfekt. Um eben dieses Chaos zu verhindern, hat man die Besucherzahl pro Tag auf 7000 beschränkt.


Zuerst ging es durch die Zypressenalle zum Generalife. Hier befindet sich der Acequia-Hof mit seinen Wasserspielen. Im Gegensatz zur Alhambra selbst ist der Generalife eher schlicht gehalten und nicht reich verziert. Er wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut und diente den maurischen Königen als Sommerresidenz und Erholungsort.

der Generalife

Acequia-Hof

Blick auf die Alhambra vom Generalife

Die Alcabaza gehört zum ältesten Teil der Alhambra und wurde in ihrer ursprünglichen Form bereits im 9. Jahrhundert von Sawwar Ibn Hamdun erbaut. Muhammad I. baute die Burg um das 13. Jahrhundert aus ind legte Verteidigungsanlagen und drei neue Türme an. Die Alcabaza war der Wohnsitz der maurischen Könige bis zur Fertigstellung der Nasridenpaläste.



Puerta del Vino

Alcabaza 

Die Nasridenpälaste hauen einen wirklich aus den Socken! Die Säulen, Verzierungen und Stuckarbeiten sind wirklich atemnberaubend schön und man fühlt sich in ein Märchen von 1001  Nacht versetzt. Die Paläste sind in drei Bereiche unterteilt: Mexuar, Comares-Palast und Löwenpalast. Aber ich möchte auch hier gar nicht weiter mit geschichtlichen und architektonischen Fakten langweilen. Lasst die Bilder einfach auf euch wirken.







Stalaktitengewölbe in der Sala de los Abencerrajes

Löwenhof


Beim Spaziergang durch die Gärten der Alhambra begegneten wir auch dem Namensgeber der Stadt Granada: dem Granatapfel.


Außerdem hatte man von hier auch einen wunderbaren Blick auf Albaicín - das älteste Stadtviertel von Granada und unser nächstes Ziel an diesem Tag. Aber davon mehr im nächsten Andalusien-Beitrag.

Albaicín


Kommentare:

  1. Wow Varis,
    das ist eine tolle Erinnerung und wir waren damals auch ganz beeindruckt.
    Irgendwann gehe ich wieder hin, das ist aber auch das einzige Ziel außer Deutschland, das ich nochmals besuchen möchte.

    Die orientalische Kultur ist wunderbar und was wäre Spanien diese Kultur.

    Lieben Gruß Eva

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  2. Liebe Varis,
    ganz wunderschöne Fotos hast du von diesem wunderbaren Ort mitgebracht. Ich bin ganz begeistert. Vielen Dank auch für die geschichtlichen Hintergründe. Das muss ein tolles Erlebnis für euch gewesen sein.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  3. Boah, das ist ja echt total schön! Und wie unglaublich viel Arbeit da drinsteckt...
    Trotzdem gefällt mir das Bild mit der schlafenden dicken Hexe eigentlich am allerbesten. :D

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  4. Wow, mein Mann war schon einmal dort, ich leider noch nie. Irgendwann muss ich das ändern. Dieser Ausflug hätte mir auch unheimlich gut gefallen.

    LG Kathrin

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  5. Wie schön ,Deine Reisebeschreibung, Andalusien mit schönen Bildern. ich war mal in Fuengirola, schon lange her, aber eine herrliche Atmophäre.
    Lieben Gruß in die Woche, Klärchen

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  6. love your pictures! Hi :)
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  7. Einfach nur "schön" zu sagen ist zu wenig!!!
    Ein Genuss, die Bilder in Ruhe zu betrachten!
    Schönen Mittwoch,
    Luis
    ach ja, danke für die Aufklärung zum "Partyglas"!!!

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Vielen lieben Dank, dass ihr euch die Zeit für einen Kommentar nehmt. Ich freue mich sehr über jeden einzelnen!
LG, Varis