Montag, 11. Dezember 2017

Andalusien/Spanien-Reise: Tag 3 - Ronda und Arcos

17. Oktober 2017

Am dritten Reisetag ging es mit dem Bus durch die andalusische Pampas über Landstraßen nach Ronda, wo wir gegen 11:30 Uhr am Busbahnhof ankamen. Unser erstes Ziel war natürlich La Ciudad - die maurische Altstadt von Ronda. Sie liegt auf einem steil abfallenden Felsplateau und ist von der Neustadt El Mercadillo durch die Schlucht Tajo de Ronda getrennt, welche der Rio Guadalevín in den Fels gegraben hat. "El Tajo" bedeutet "klaffende Wunde". Verbunden sind die beiden Stadtteile mit drei Brücke, von welchen die im 18. Jahrhundert erbaute Puente Nuevo (Neue Brücke) die berühmteste ist. Sie wurde vom Architekten José Martín de Aldehuela entworfen, der auch Rondas Stierkampfarena, Plaza de Toros, gebaut hat.

La Ciudad

Am Palacio de Congresos de Ronda befindet sich ein großer Platz direkt oberhalb der Schlucht, von welche aus man einen guten Blick auf die Puente Nuevo und die ältere Puente Viejo (Alte Brücke) hat. Allerdings mussten wir uns beeilen, um einem großen Schwarm asiatischer Touristen zuvorzukommen. Ansonsten hielt es sich mit den Menschenmassen an diesem Tag eigentlich in Grenzen, was sehr angenehm war.

Puente Viejo

In der Nähe der Puente Nuevo kann man eine Fliesenmalerei bewundern, die zeigt wie Ronda früher ausgesehen hat. Um das Stadtbild herum befinden sich Gedanken und Zitate über die Stadt von den "Viajeros Romanticos". Die "romantischen Reisenden" waren hauptsächlich junge Leute der High Society des 18. und 19. Jahrhunderts. Mit der zunehmenden Industrialisierung wurde damals die Natur immer mehr zurückgedrängt und die "romantischen Reisenden" zogen durch die Lande, um den Ursprüngen wieder näher zu kommen. Auch ein deutsches Zitat findet sich auf der Keramik. Es stammt von Alfred von Wolzogen, der 1852 in Ronda weilte: "Die historische Arunda erhebt sich über eindrucksvolle Felsen, auf beiden seiten des sprudelnden Guadalevín, der unter ihr fließt. Die erhabene Brücke verschafft den Übergang über den Fluss. Mir wird schwindelig beim Herabschauen." Auch Rainer Maria Rilke weilte 1912/13 einige Zeit in Ronda.


Vom Garten des Don Bosco Hauses in Ronda hat man einen tollen Blick auf die Puente Nuevo, aber auch der Garten selbst ist sehenswert und besitzt schöne Beispiele der regionalen Keramikkunst.

Puente Nuevo

Garten des Don Bosco Hauses

Vom Don Bosco Haus aus spazierten wir durch die Altstadt, bewunderten die Igeltanne oder Spanische Tanne, die nur in Andalusien und Marokko vorkommt, und erfuhren, warum in Andalusiens Alststädten die Straßen mit dicken, runden Steinen gepflastert wurden, welche das Laufen nicht gerade angenehm machten. Früher goß man in den heißen Sommermonaten Wasser auf die Straßen, dass sich in den Fugen zwischen den Steinen hielt, dort langsam verdunstete und so für etwas Kühle zwischen den Häusern sorgte.

In der Altstadt besichtigten wir die Kirche Santa Maria la Major an der Plaza Duquesa de Parcent, die Ende des 15. Jahrhunderts von Ferdinand, dem Katholischen, anstelle der früheren Moschee erbaut wurde. Ein Teil des Minaretts ist noch im Glockenturm erkennbar.

Santa Maria la Major

Auch der berühmten Stierkampfarena Plaza de Toros statteten wir noch einen Besuch ab. Sie wurde zwischen 1779 und 1785 erbaut und gilt als eine der ältesten, schönsten und besterhaltenen Arenen Spaniens. Rund 6000 Zuschauer finden hier Platz. Ursprünglich jagte man den Stier zu Pferd durch die Arena. Erst in neuerer Zeit wird zu Fuß gekämpft. Dabei ist es nicht die rote Farbe, die den Stier wild macht. Er reagiert lediglich auf die Bewegung des Tuches. Tatsächlich sind Stiere ziemlich farbenblind.

Plaza de Toros


Iglesia del Socorro

Zum Schluss unseres Besuchs in Ronda spazierten wir die Fußgängerzone entlang, am malerischen Plaza Socorro vorbei und suchten und ein schönes Lokal, um den Jamón Ibérico zu probieren. Schließlich soll der Schinken von den andalusischen Eichelmastschweinen der beste der Welt sein. Das Ibérico-Schwein lebt in Freiheit auf mit Steineichen besetztem Weideland und ernährt sich im Herbst und Winter von den Eicheln. Das Ergebnis ist ein besonders schmackhaftes, zartes Fleisch, das auf der Zunge zergeht. Und so gab es zur Stärkung ein leckeres Baguette mit Ibérico-Schinken. Dazu werden in Andalusien ein paar gesalzene Kartoffelchips gereicht. 


Die Fahrt ging dann weiter nach Jérez, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen sollten. In Arcos de la Frontera machten wir einen Zwischenstopp. Arcos ist der Hauptort der sog. Pueblos Blancos, der weißen Dörfer. Die weißen Dörfer gehen auf phönizische und römische Siedlungen zurück und wurden zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert von den Mauren ausgebaut. Typisch für die Pueblos Blancos sind die verwinkelten Gassen und weißgekalkten Häuser, wie man sie auch in Nordafrika vorfindet. Und tatsächlich fühlt man sich beim Anblick von Orten wie Arcos und Villamartín in die arabische Welt des Mittelalters versetzt.


Die Altstadt von Arcos liegt auf einem steilen Felsen über dem Fluss Guadelete und ist wirklich sehenswert. Im Zentrum befindet sich die wirklich beeindruckende Basilika Santa Maria de la Asuncíon, die wie so viele Kirchen in Andalusien aus einer ursprünglichen Moschee hervorging. Sie besitzt Elemente des Mudejár, der Gotik, des Barock und der Renaissance. Dem Mudejár-Stil begegnet man überall in Südspanien. Er zeichnet sich durch eine Verschmelzung maurischer und gotischer Stilelemente aus mit charakteristischen Hufeisenbögen und reichverzierten Stuckelementen.


Bei Arcos unterlag im Jahr 711 der Westgotenkönig Roderich in der Schlacht von Guadalete den maurischen Invasoren. 1268 wurde Arcos von den Christen zurückerobert und befand sich bis zur Reconquista von Granada im Jahr 1492 im Grenzgebiet zwischen christlichem und maurischem Territorium. Städte und Dörfer, die sich im damaligen Grenzgebiet befanden, tragen bis heute den Namenszusatz "de la Frontera" (an der Grenze).
















Sonntag, 10. Dezember 2017

D´Wuide Jagd

Wann´s draußen wedert und schneibt
Und da Wind jogt an Schnee,
Dass koa Graserl mehr bleibt
Für de Has´n und de Reh,

Und so finster kimmt d`Nacht
Und der Hund streibt sei Fell,
Weil vorm Fenster wer lacht
Wiar am Gankerl sei Gsell,

Nacha woaßt aa scho gnua:
Geh koan Schritt mehr vors Haus
Und mach d`Fensterlaa´n zua 
Und lösch d´Liachta gschwind aus!

Dann dauerts gar nimma lang,
Nacha hörst, wia wer ächzt,
Und es werd da so bang
Und an Rabn hörst, der krächzt.

Und na donnerts daher,
Dass di´s Grausen opackt
Wia des wuide, wuide Heer
Üban Tannawoid jogt!

Halt de mucksmäuserlstaad 
Und an Weichbrunn nimm schnell!
Aber kimm fei net z´spaat,
Sonst waars gescheng um dei Seel!

Auf oamoi is a Ruah - 
Und so leicht werd´s da glei
Und wann´s schaugst auf dei Seel
Is dei Lebn a scho vorbei. 
(Herbert Schneider)

In den Alpen und hier im Alpenvorland gehören die Rauhnächte fest zur Tradition um Weihnachten dazu und gehen auf heidnisches Brauchtum zurück. Die Rauhnächte oder Zwölfer Nächte beginnen am 25. Dezember und enden am 06. Januar mit dem Tag der Heiligen Drei Könige. Auch die längste Nacht des Jahres - die Nacht den "Bluatigen Dammerl" - am 21. Dezember wird noch dazugezählt.
Die Rauhnächte sind die dunkle, stürmische Zeit, während der sich aus dem energetischen Chaos zwischen den Welten eine neue Ordnung für das kommende Jahr bildet und Altes abgeschlossen wird. Zu dieser Zeit öffnen sich die Grenzen zwischen den Welten und Geister und Hexen ziehen durch die Nacht. 
Die Wuide Jagd ist der Höhepunkt der Rauhnächte. Wotan und Hel/Frau Perchta, die Göttin der Unterwelt, jagen mit ihrem Geisterheer über den Himmel der stürmischen Nächte. Die Perchta erscheint doppelgesichtig - mit einem Sonnengesicht auf der einen Seite und einer hässlichen Fratze auf der anderen. Sie ist gleichzeitig segenspendend und gefahrbringend. 
Ihrer hässlichen Fratze kann man in der Weihnachtszeit auf fast allen Weihnachtsmärkten im bayrischen und österreichischen Alpenraum beim Perchtenlauf begegnen. Die Perchten tragen gar furchterregende Masken zur Schau und spielen den Leuten gerne den einen oder anderen Schabernack.

Gerne hätte ich auch das Lied zum obigen Text von der südbayrischen Band Schariwari hier reingestellt, aber leider ist es im Netz nirgends verfügbar. Deshalb gibt es an dieser Stelle ein mittelalterliches Lied aus dem Album "Rauhnächte" von den Irrlichtern. Das Lied heißt "Des Winters Zit" und wurde um ca. 1200 von Walther von der Vogelweide geschrieben. 


Um die Geister fernzuhalten, wird geräuchert und es werden Lichter in den Fenstern entzündet. Auch bei uns ist in jedem Fenster ein Licht zu finden.

Samstag, 9. Dezember 2017

KW 49/17 - Es nikolaust

In der letzten Woche wurde die Weihnachtsdeko zu Hause vervollständigt. Dort ein Nikolaus und hier ein Rentier - da könnte ich wirklich wieder zum Kind werden.



Auch das Büro wurde weihnachtlich umdekoriert, denn dort möchte man es ja auch etwas heimelig haben.




Gestaunt habe ich auch nicht schlecht, als ich am Nikolaustag in der Arbeit das stille Örtchen aufsuchte. Es war nämlich schon besetzt - vom Weihnachtsmann :D


Diese Woche war arbeitstechnisch zum Glück etwas ruhiger. Man merkt, dass es auf Weihnachten zugeht und die Leute andere Dinge im Kopf haben.
Am Dienstag stand der alljährliche Kontroll(Zwangs)termin beim Zahnarzt an, den ich immer bis gaaaaanz zum Ende des Jahres vor mich herschiebe, weil ich einfach so überhaupt und gar keine Lust drauf habe, dass mir jemand in der Futterlucke rumfuhrwerkt. Aber man kommt halt nicht aus und zum Glück war alles Roger in Kambotscha, so dass ich relativ schnell wieder draußen war.

Gefreut habe ich mich über einen Mugrug, den mir eine liebe Kollegin geschenkt hat und mit dem das Kaffeetrinken noch mehr Spaß macht.


Die kältetechnischen Mimosen unter den Pflanzen wie Olive, Feige und Zitrone sind mittlerweile alle ins Gewächshaus umgezogen. Allerdings müssen sie sich heuer mit der Kälte arrangieren, weil wir beschlossen haben, die Heizung nicht mehr einzubauen. Diese ist nämlich ein regelrechter Strom- und Geldfresser. Deswegen heisst es heuer für die Pflanzen "friss oder stirb". Noch sehen sie ganz zuversichtlich aus der Wäsche. Die tapferen Kältekrieger schicke ich zum Gartenglück bei Loretta und Wolfgang. 


Dienstag, 5. Dezember 2017

Weihnachtszeit

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderlich beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt´s wie wunderbares Singen -
o du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)



Nach längerer Zeit habe ich mal wieder den Pinsel geschwungen und es ist diese Weihnachtskarte entstanden.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Oh Tannenbaum

Eines meiner liebsten Weihnachtlieder ist "Oh Tannenbaum..." - allerdings nicht das überall verbreitete "Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter", sondern das ursprüngliche "Oh Tannenbaum", aus dem die heutige Version hervorging.

Die ursprüngliche Form "Oh Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig" ist bereits seit dem 16. Jahrhundert als Volkslied bekannt und war damals auch kein Weihnachts- sondern ein Liebeslied. Der immergrüne Baum symbolisierte die ewig währende Liebe, die alle Sommer und Winter des Lebens übersteht. Erst mit der zunehmenden Verbreitung des Weihnachtsbaums im 18. und 19. Jahrhundert wurde aus dem Liebeslied ein Weihnachtslied.

"Oh Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig" wurde erstmals 1812 von August von Haxthausen aufgezeichnet und gilt als eine der schönsten Mollmelodien im Volksliedbereich. Es gibt verschiedene Textversionen des Lieds und zwei möchte ich euch heute hier vorstellen - die klassische und die mehr ursprüngliche.




Am Samstag hatte ich dann auch wieder ein wenig Lust zum Basteln und passend zum Lied sind zwei kleine Tannenbäumchen für die weihnachtliche Tischdeko entstanden.